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Fotografie Zubehör

Welche Kameratasche für Deine Ausrüstung?

In diesem Artikel geht es darum, welche Kameratasche für Deine Ausrüstung richtig und sinnvoll sein kann.

Mit Zubehör kann man sich ja förmlich “totkaufen”. Dabei ist der “Haben-Wollen-Faktor” weitaus größer als der Nutzen. Jeder empfiehlt irgendwas und Fachzeitschriften locken den Leser mit dem neuesten, schönsten, besten und tollsten Zubehör. Einiges mag ja sehr nützlich sein, aber, und ich betone das wirklich ausdrücklich, wie bei so vielem im Leben ist weniger manchmal mehr.

Meine Empfehlung an Zubehör ist sehr, na ja, ich sage mal “minimiert”. In meiner einfachen, aber bislang bewährten Kameratasche befinden sich neben einem kleinen Stativ, mehreren Akkus für meine Kameras und lediglich einige Filter, Folien und selbstgemachte Reflektoren (zum Thema Low Budget Foto hat Christina in ihrem Blog einen sehr schönen Artikel geschrieben). Mehr habe ich meistens nicht dabei. Keinen Blitz (Edit: mittlerweile schon), keine Softboxen, keine Abschirmer. Ja, es gibt Situationen, aber wirklich sehr wenige, da wünschte ich mir einiges dabei zu haben, aber dann hätte ich womöglich einige Fotos niemals schießen können.

Ich empfehle nur Produkte, die ich selber benutzt und für gut befunden habe. Tests von Zeitschriften interessieren mich nicht. Zumal es nicht sein muss, dass die teuerste Kameratasche immer auch die beste ist.

Schultertasche oder Kamerarucksack?

Dein gesamtes Fotoequipment sollte auf Reisen geschützt vor äußeren Witterungen verstaut sein. Nur, welche ist die richtige Tasche? Auf diese Frage kann ich Dir keine pauschale Antwort geben. Bei mir ist es folgendermaßen – je nach dem wo und wie lange ich unterwegs bin, nehme ich entweder meine Schultertasche oder meinen Kamerarucksack. Beide Systeme haben ihr Vor- und Nachteile.

Schultertasche

Gleich zu Beginn möchte ich erwähnen, dass ich zu 90% mein Equipment in dieser Schultertasche mit mir trage, weil sie für mich bequemer ist als ein Rucksack. Dazu habe ich bei amazon folgende Rezension verfasst, zu der ich heute noch stehe.

Ich habe für mein Systemkameraequipment (Fuji X-T1 inkl. 35mm f/1.4, Fuji X-E2 inkl. 18mm f/2.0 und ein Fujinon XF56mm f/1.2) eine Schultertasche gesucht, die nicht unbedingt nach Kameratasche aussieht, aber dennoch dafür geeignet ist.

Nach kurzem Stöbern ist mir diese Canvas Style Tasche von Tarion aufgefallen und so habe sie kurzerhand bestellt. Die Lieferung erfolgte zügig.

Zu der Tasche
Zunächst einmal, die Tarion Kameratasche gehört schon zu den Großen. Sie besteht aus einem robusten und “wasserabweisendem” Stoff, welcher sauber verarbeitet ist. Die Nähte sind sauber genäht und scheinen, wie auch die Reißverschlüsse, nach derzeit 2 monatiger täglicher Benutzung auch sehr robust zu sein. Bisher ist nichts ausgefranst oder beschädigt.
Innenliegend ist ein gepolsterter, herausnehmbarer Einsatz, der mit zwei beiliegenden Trennstreifen per Klettband variabel verstellt werden kann. Wenn dieser Einsatz heraus genommen wird, kann die Tasche als sportliche Alltagstasche verwendet werden.
Das vordere, per Reißverschluss abschließbare Fach, sowie die beiden per Druckknopf verschließbaren seitlichen Taschen nehmen allerlei “Kleinkram” auf. Der bequeme Schultergurt ist breit und kann an verschiedene Körpergrößen angepasst werden. Lediglich eine Schulterpolsterung wäre noch zu wünschen, falls man schweres Equipment zu tragen hat. Was mir persönlich noch fehlt ist eine Befestigungsmöglichkeit für ein kleines Dreibein-Stativ.

Mittlerweile begleitet mich diese sehr günstige Tasche seit fast 2 Jahren um die Welt und hat sie nichts von ihrer Qualität verloren. Von daher kann ich sie für all jene empfehlen, die ein größeres Kameraequipment auf Reisen mitnehmen. Nur waschen sollte man sie nicht bei 40 Grad. Das mag sie nicht wirklich. Dieses Erfahrung habe ich gerade beim Verfassen dieser Zeilen gemacht.

Warum aber eine Schultertasche? Ich mag es, wenn mein Equipment schnell für mich erreichbar ist. Bei einem Ruckack, auch die mit “Slinger”, müsste ich den Rucksack (oder eine Seite) erst einmal abnehmen, den Reißverschluss öffnen, die Kamera rausnehmen, das Fach wieder schließen und den Rucksack aufsetzen. Das ist mir persönlich einfach zu viel Aufwand. Bei meiner Schultertasche habe ich alles sofort griffbereit. Somit steigt die Möglichkeit, ein Motiv oder eine Situation schneller zu fotografieren.

Aber eine Schultertasche hat auch einen Nachteil – je nach dem, wieviel Equipment Du dabei hast, wird Deine Schulter nur einseitig belastet. Das kann echt anstrengend sein, wenn Deine Ausrüstung zu schwer ist. Ein Schulterpolster dämpft das Ganze ein wenig ab und verteilt die LAst etwas bessr auf der Schulter. Tipp – Dafür kann man günstige Gurtpolster aus dem KFZ-Zubehör kaufen, falls Deine Tasche kein Polster haben sollte.

Das was ich speziell an dieser Tasche vermisse, ist eine Befestigungsmöglichkeit für ein Stativ. Mit ein wenig handwerklichem Geschick, kann man jedoch zwei Klettbänder an die Unterseits der Tasche annähnen und ein Stativ daran befestigen. Außerdem solltest Du bei dieser Tasche den Boden mit einem Stück Schaumstoff polstern (Tipp – ein mehrfach gefaltetes Handtuch tut es auch), falls Dir die Tasche einmal von der Schulter fällt und deine Ausrüstung nicht gleich das Zeitliche segnet

Fotorucksack

Wenn ich einen Fotorucksack empfehlen müsste, dann wäre es der Tamrac Evolution 6. Diesen habe ich mir 2012 zugelegt und auch darüber bei amazon.de folgende Rezension geschrieben

Entgegen anderen Meinungen empfinde ich diesen sehr gut und stabil verarbeiteten Kamerarucksack als nicht zu klein, sondern als absolut perfekt.
Mein Equipment besteht aus Pentax K5, Batteriegriff, 4 Objektive 28mm, 50mm an Body, 135mm, 28-70mm, Canon G12 + Blitzgerät, sowie diversem Zubehör und es passt alles rein, ohne reingequetscht zu wirken. Ich habe sogar noch im oberen Fach Platz für diverse andere Dinge.

Von der Handhabung erweist sich das Tamrac Evolution 6 als sehr durchdacht. Je nach Ausrichtung kommt man bequem an die Kamera oder die Objektive ran. Dennoch sollte man bei einem Objektivwechsel eine Unterlage einsetzen, damit man alles bequem absetzen kann, damit nichts heraus fällt.

Vom Tragekomfort bin ich positiv überrascht. Egal ob als Rucksack oder als Sling Version, der Tamrac ist durch die gute Polsterung stets bequem. Der Vorteil ist natürlich bei längeren Reisen, dass man die Trageriemen sehr schnell von der rechten zur Linken Schulter wechseln kann, um eine lange, einseitige Belastung zu vermeiden.

Zu erwähnen ist noch die Regenhaube, die sich als sehr robust und definitiv dicht erwiesen hat. Auch dass sich die Regenhaube in einem separaten Fach befindet gefällt mir persönlich besser, da nach einem Regen die Haube im nassen Zustand nicht unbedingt wieder eingepackt werden muss, sondern erst einmal trocknen lassen kann.

Die kleinen Fächer die dich an der rechten und linken Seite befinden, nehmen div. Zubehörteile wie Akkus, Filter etc auf und sind schnell zugänglich. Im oberen Fach habe ich je nach Wetterlage entweder eine Regenjacke oder Snacks für unterwegs.

Da ich viel mit dem Flugzeug unterwegs bin, ist die Größe des Tamrac natürlich von Vorteil, da er als Bordgepäck akzeptiert ist. Somit ist die Ausrüstung stets in der Nähe und bewacht. Auch finde ich es angenehmer, einen optisch etwas kleineren Rucksack auf dem Rücken zu haben, als einen “Klopper”.

Qualitativ habe ich selten solch einen Rucksack gesehen. Alle Nähe sind absolut sauber und die Reißverschlüsse sind sehr robust und leichtgängig. Ich bin sicher, dass diese einige Jahre halten werden.

Alles in allem ist dieser Rucksack sein Geld ( ca. 80 Euro) wert und ist in meinen Augen absolut perfekt für kleine und große Reisen.

Diesen Rucksack habe ich sehr gerne benutzt, aber er war mir auf Reisen einfach zu unpraktisch. Zumal ich zu wenig “Kleinkram” darin verstauen konnte. Wenn Du jedoch nur zum Fotografieren unterwegs bist und länger an einem Ort fotografierst, also nicht so wie ich durch die Straßen zieht und versuchst, jede schöne Gelegenheit auf ein Foto zu bannen, könnte solch ein Rucksack für Dich passend sein. Hilfreich ist in jedem Fall die Stativschlaufe, an der Du ein mittelgroßes Stativ befestigen kannst. Eine Sache stört mich an Kamerarucksäcken ganz besonders – sie sehen so aus, wofür sie konzipiert wurden, nämlich nach Kamerarucksack. Ja, ich weiß, das hört sich im ersten Moment blöd an, aber in manchen Ländern lockt das sehr gerne Diebe an, die Dein teueres Equipment an sich bringen wollen.

Kleine Hüfttasche

Wenn ich nur mit einer Kamera unterwegs bin und kein weiteres Zubehör dabei habe, nehme ich meine Cosyspeed Camslinger Hüfttasche. Darin findet neben der Kamera höchstens noch ein Zusatzakku und ggf. ein Filter Platz, aber das reich meistens aus. Dazu muss ich sagen, dass die Cosyspeed Camslinger 105/160 Series für spiegellose Systemkameras oder Kompaktkameras geeignet ist. Eine Spiegelreflexkamera wird darin nicht Platz finden. Dafür gibt es jedoch die neue Cosyspeed Camslinger Streetomatic+, die ich bisher aber nicht getestet habe.

Man trägt die Camslinger bequem an der Hüfte und hat die Kamera somit schnell griffbereit. Der “Deckel” ist zudem mit einer Gummilasche vor versehentlichem Öffnen geschützt. Zugegeben, der Preis ist relativ hoch, aber bei der Qualität ist er in meinen Augen gerechtfertigt. Hinzu kommt, dass man an die Cosyspeed noch weitere, leider teuere, Taschen als Ergänzung dazu kaufen kann, um ein Objektiv, Akkus und allerlei andere Sachen dabei zu haben. Man sieht dann zwar aus wie ein Handwerker, der sein Werkzeug um die Hüften trägt, aber im Prinzip ist es ja auch so.

Mein Fazit

Du siehst, es ist nicht wirklich einfach, sich für eine Tasche zu entscheiden. Je nach Einsatzzweck und -zeit empfehle ich, mindestens zwei verschiedene Taschen zu haben. Auf Reisen habe ich die Schultertasche und die Cosyspeed dabei. Eine Kameratasche sollte definitv nicht zu groß sein, aber auch nicht zu klein. Ein große Tasche verleitet dazu, zu viel dabei zu haben – und bitte glaube mir, auf Reisen musst Du nicht dein ganzes Zeug dabei haben, es sei denn Du bist Berufsfotograf und musst mit Deinen Fotos Geld verdienen.

Welche Tasche(n) benutzt Du auf Deinen Reisen? Vielleicht hast Du eine andere Empfehlung für mich, so dass ich auch diese näher unter die Lupe nehmen kann.

In diesem Sinne, lass Dich nicht aufhalten und allzeit gut Licht.

Herzliche Grüße

Baris

 

 

 

 

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