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Vorbereitungen

Reisen um zu finden!

Reisen um genau was zu finden?

Um gleich mit der Tür ins Haus zu fallen – Du wirst nichts auf Reisen finden, was Du nicht auch hier finden kannst. Egal was auch immer Du gedenkst da draußen zu finden, vergiss es!  Pack den Koffer oder den Rucksack wieder aus, setz Dich auf Deinen Hintern und lies weiter! Ganz ehrlich, weder die verlorene Liebe, noch das erhoffte Glück warten auf Dich. Du willst zu dir selbst finden in Form einer mystischen Gestalt, weil Du nackt am Strand zur aufgehenden Sonne tanzt und dabei sumst? Dir ein heiliges Tattoo von einem Mönch stechen lässt und den ganzen Tag Dein Bein um den Hals knoten kannst und dabei Tee trinkst? Yep…passt!

Die Illusion ist natürlich sehr schön und man kann es sich so bunt ausmalen – “hach, ich reise jetzt mal, mache ein bißchen Yoga, ziehe meine Bahnen im türkisblauen Meer, lutsche an einer Kokosnuss und finde zu mir selbst, vielleicht sogar die langerhoffte neue Liebe”. Okeee, und weiter? Alles gefunden und geordnet? Alle Probleme wie von Zauberhand verschwunden? Schwachsinn! Das funktioniert so nicht.

Zu Dir selbst findest Du, wenn Du es willst und zulässt. Und da ist es völlig egal ob Du in Thailand am Meer bist, kopfüber an irgendeinem Seil in einer Gletscherspalte hängst oder zu Hause am PC sitzt. Zugegeben, dann lieber Thailand, aber das ist Geschmackssache.

Um glücklich zu werden, musst Du Deine Gefühle und Bedürfnisse in Einklang mit Deinen Handlungen bringen. Nur wenn das harmoniert, wirst Du auch glücklich!

Auf meinen Reisen habe ich bisher nichts gefunden, was mich innerlich glücklicher macht.

Das was ich fand war Begeisterung für etwas, z.B. für die Videografie und für das Schreiben. Aber das war nicht irgendwo in einem fernen Land, sondern hier. Was mich jedoch glücklich macht ist, in andere Länder zu reisen und zu fotografieren, mit den Menschen in Kontakt zu kommen, mal eine Auszeit aus meinem hiesigen Leben zu nehmen und vor allem, darüber zu schreiben. Es ist ein schönes Gefühl, das, was man mit Begeisterung macht, auch mit anderen teilen zu dürfen.

Fernweh 2.0.

Natürlich ergeht es mir nach meinen Reisen auch so, dass ich sofort wieder zurück an den Ort will, wo es mir gut ging, wo es warm war und wo ich allein bei den Gedanken ein Lächeln im Gesicht habe. Meine Gedanken schweifen in die Länder, in denen ich bereits war und die ich noch bereisen möchte. Aber ich freue mich immer auf  meine Kinder und meine Familie, meine engsten Freunde, die hier sind und denen ich von meinen Reisen erzählen kann. Es macht mich glücklich, an meine nächste Reise zu denken, all das zu planen, was ich machen will.

Aber das Glück ist immer in einem selbst. Also suche nicht nach etwas, das in Dir ist auf irgendwelchen Reisen, sondern zuerst in Dir selbst und trete dann Deine Reise an.

“Der Mensch bereist die Welt auf der Suche nach dem, was ihm fehlt. Und er kehrt nach Hause zurück, um es zu finden”. – George Moore

Es gibt Momente, da fühle ich eine gewisse Leere in mir – als ob etwas fehlen würde. Dann erfolgt meistens der Ruf und es zieht mich in die Welt hinaus. Wenn ich in anderen Ländern bin, die Menschen und ihre Kultur näher kennen lerne, die unterschiedlichsten Gerüche wahr nehme, das Chaos sehe, wird diese Leere wieder gefüllt. Ich sauge alle Eindrücke förmlich in mich auf, lasse mich von ihnen leiten und verführen. Dabei merke ich, wie gut es mir geht und wie glücklich ich bin, all das sehen und erleben zu dürfen. Aber, wie bereits erwähnt, das was mich glücklich macht ist hier. Nicht irgendwo in einem anderen Land, sondern in der Umgebung, in der ich mich immer wohl gefühlt habe. Nur reise ich gerne, um auch neues zu sehen. Auch das gehört zum Glücklichsein und zum Ausbau des eigenen Glücks dazu.

Zitate Reisen Mark Twain Finden Segelschiff Kroatien Baris Cihan

Vor einigen Jahren beschloss ich, ins Ausland zu ziehen. Mir stieg alles über den Kopf, alles war zu viel. Ich wollte nur noch weg hier. Eigentlich kann man es auch “flüchten, abhauen, verschwinden” nennen. Nach mir die Sinnflut! Was für ein lächerlicher Gedanke! Aber zu dem Zeitpunkt war er für mich richtig. Als ob meine Probleme mich aber in einem anderen Land nicht einholen würden.

Ich schmiedete Pläne und fällte halbherzige Entscheidungen. Anscheinend gab es einiges in mir, was sich dagegen wehrte, in Berlin einfach die Zelte abzubrechen. Wieder einmal schob ich es äußeren Umständen zu, die mich “mit Sicherheit” daran hinderten, “mein Glück” zu finden. So kam es mir jedenfalls vor – so war es aber nicht. Es waren die Umstände, die ich mir selber gemacht hatte, die mich jedesmal daran hinderten, genau diesen Weg einzuschlagen, den ich gehen wollte. Es gab Ausreden, Gründe, Nöte usw., aber alles war lediglich vorgeschoben. Irgendwann habe ich schwermütig erkannt, was mir wirklich fehlte – die Akzeptanz der Umstände meines Lebens.

War mein Leben denn bisher so schlimm? Nein, ganz und gar nicht, aber ich redete es mir ein. “Nur da draußen in der Welt könnte ich glücklich sein und zu mir selbst finden”. Aber sicher, und im Himmel ist Jahrmarkt. Also beschloss ich, alle Umstände so zu akzeptieren wie sie waren und dem nachzugehen, was mich neben meiner Familie auch noch erfüllt – und zwar reisen, entdecken, lernen und erkennen. Sofern es mir möglich ist und meine körperliche Verfassung es mitmacht, werde ich diesen Weg weiter verfolgen. Aber ich werde immer in meine Heimat zurück kehren.

Denn mein Glück muss ich nicht woanders suchen – ich musste kämpfen, aber letzendlich habe ich es in mir gefunden.

In diesem Sinne, lasst Euch nicht aufhalten.

Herzliche Grüße

Euer Baris

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